Apple iPad 2

Mit dem ersten iPad reanimierte Apple eine bereits abgeschriebene Geräteklasse neu: Tablet PCs erfreuten sich plötzlich ungeahnter Beliebtheit, das iPad verkaufte sich sehr gut und Apples Mitbewerber waren von heute auf morgen gezwungen, eigene Konkurrenzprodukte zu entwickeln. Ein Jahr später erschien das iPad 2 – Apple wagte keine revolutionären Neuerungen sondern verbesserte das erste iPad hauptsächlich im Punkte Geschwindigkeit.

 

Technische Ausstattung des Apple iPad 2

Mit dem zweiten iPad kam auch Apple im Zeitalter der Doppelkernprozessoren an. Der Apple A5, ein in Zusammenarbeit mit Samsung entwickelter Doppelkernprozessor mit ARM-Innenleben und einer Taktfrequenz von einem Gigahertz, sorgt für ausreichend Rechenleistung. Überzeugen kann auch die in der CPU integrierte Grafikeinheit PowerVR SGX543MP2 mit ihrer gegenüber dem Vorgängermodell vervielfachten Leistung.

Herzstück eines Tablets ist das Display. Viele preiswerte Tablets scheitern auf dem Markt aufgrund ihres schlechten Bildschirmes. Ein Gerät, bei dem das Display zugleich einzige Bild- und auch Eingabequelle ist, sollte allerdings mit einem überzeugenden Bildschirm ausgestattet sein. Apple macht hier keine Fehler und verbaut ein hochwertiges IPS-Panel mit sehr gutem Blickwinkel und überzeugender Farbwiedergabe. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenz-Tablets setzt Apple auf das eher ungewöhnliche 4:3-Format wie es von älteren PC-Bildschirmen bekannt ist. Die Auflösung des Displays beträgt 1024 x 768 Bildpunkte – auch hier erinnert einiges an ältere PC-Displays. Das Format hat allerdings seine Vorteile: Das Tablet lässt sich trotz der Diagonale von 9,7 Zoll angenehm in der Hand halten – egal ob es hochkant oder quer gehalten wird. Weiterer Pluspunkt: Die kapazitive Multitouchsteuerung des iPad 2 funktioniert hervorragend und ermöglicht eine intuitive Bedienung mit maximal zehn Fingern gleichzeitig. Auch die Bildschirmtastatur funktioniert erfreulich gut und lässt sich teilweise besser bedienen als die Hardwarekeyboards einiger preiswerter Netbooks.

Als Festspeicher verbaut Apple je nach Modell zwischen 16 und 64 Gigabyte Flash-RAM, ein Speicherkartensteckplatz zur Erweiterung fehlt allerdings. Zwar lässt sich über den Docking-Connector ein sogenanntes Foto-Kit anschließen, dieses dient mit seinem SD-Steckplatz aber ausschließlich zum Einlesen von Digitalfotos. Angesichts der hochauflösenden 5-Megapixel-Kamera an der Rückseite des iPad 2 und der Möglichkeit auch qualitativ erfreulich hochwertige HD-Videos aufzunehmen, sollte daher gleich zu einem Modell mit umfangreicher Speicherbestückung gegriffen werden. Ebenfalls nicht bei jedem Modell vorhanden ist die Möglichkeit, auch abseits des heimischen WLANs via 3G-Mobilfunk im Internet surfen zu können. WLAN und Bluetooth hingegen sind bei jeder Ausstattungsvariante des iPad 2 vorhanden.

Trotz im Vergleich zum ersten iPad gut verdoppelter Rechenleistung (die Grafikleistung konnte Apple sogar vervierfachen) hält der Akku des iPad 2 fast genauso lange durch wie der des Vorgängermodells. So ist es möglich, bis zu 9 Stunden am Stück Videos oder Internetseiten zu betrachten. Bei aufwändigen Videoschnittanwendungen oder Spielen sinkt die Laufzeit allerdings auf bis zu 6 Stunden.

 

Vor- und Nachteile des Apple iPad 2

Im Gegensatz zu Android bietet Apples iOS-Betriebssystem zwar weniger Freiheiten für Anwender und Programmierer aber auch einige Vorteile für den Nutzer. So funktionieren die zahlreichen Apps in Apples App-Store deutlich zuverlässiger. Viren und Schadsoftware sind für iOS bislang noch kein Problem, beim Herunterladen im App-Store muss daher deutlich weniger aufgepasst werden als bei Android, wo sich mittlerweile zahlreiche zwielichtige Apps herunterladen lassen. Das 4:3-Bildformat wirkt in den heutigen 16:9-Zeiten zwar ungewohnt, zeigt bei der Anwendung aber schnell seine Vorteile. Wo ein 10-Zoll-Tablet im 16:9-Format sich nur noch schwer bedienen lässt, greifen die Finger beim iPad 2 jederzeit bis in die Bildschirmmitte. Auch die Akkulaufzeit des iPad 2 ist bislang nur von wenigen Konkurrenzprodukten geschlagen worden – bis zu 9 Stunden steckdosenfreies Arbeiten sind ein Luxus, an den man sich schnell gewöhnen mag. Zumal auch die Rechenleistung überzeugt. Egal ob Videoschnitt, Navigation, Grafikbearbeitung oder Spiele: Das iPad 2 hält sogar moderner ausgestattete Mitbewerber in Schach. Nicht ganz unverantwortlich ist allerdings auch die sehr gute Implementation des Betriebssystems: Googles Android fühlt sich auch in Version 3 noch immer nicht vollkommen heimisch auf Tablets.

Einige der Apple-Restriktionen fallen dennoch negativ auf. Für einen SD-Steckplatz oder einen HDMI-Ausgang mit extra gezahlt werden und der Funktionsumfang dieser Erweiterungen fällt schlechter aus als bei anderen Tablets. Erweiterbar ist das iPad nur bedingt, der Speicher lässt sich nicht aufrüsten. Einen freien App-Markt gibt es nicht – das ist allerdings Segen und Fluch zugleich. Dateien lassen sich nur auf Umwegen verschieben, da Apple keinen Zugriff auf die Dateiebene zulässt. Mit Apps wie Dropbox lässt sich das Problem zwar zum Teil beheben, Apple selbst ist hier allerdings keine Hilfe. Dass Apple keine Unterstützung für Adobes Flash-Standard vorsieht, dürfte angesichts des jüngst angekündigten Ausstieges aus dem mobilen Flash-Markt von Adobe mittlerweile niemanden mehr von Kauf des iPad 2 abhalten.

 

Fazit

Auch wenn es mittlerweile viele technisch besser ausgestattete Konkurrenz-Tablets gibt, Apples iPad 2 weiß zu überzeugen. Das Betriebssystem ist vorbildlich für die Nutzung auf Tablets optimiert, der A5-Prozessor kann in Verbindung mit iOS seine Muskeln spielen lassen. Die Bedienung fällt selbst Einsteigern leicht und ist intuitiv aufgebaut. Schnell vergisst man, dass es sich um einen Computer handelt, tippt, wischt und streichelt auf dem Display herum und benutzt das Tablet intuitiv richtig – auch ohne vorherige Einweisung. Die bereits angesprochenen Restriktionen von Apple dürften zwar auch in Zukunft viele potentielle Käufer vom iPad 2 fernhalten, abgesehen davon bietet das iPad 2 allerdings perfekten Tablet-Spaß.

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